Das Hirrlinger Schloss
Im 16. Jahrhundert ließ Freiherr Georg VII. von Ow das Schloss Hirrlingen im Stil der Renaissance errichten, das bis heute das Ortsbild prägt. Als eines der wenigen nahezu unveränderten Schlösser im Landkreis Tübingen steht es für eine Zeit, in der Architektur Ausdruck von Macht und Handwerkskunst war.
Noch heute ist das historische Gebäude ein lebendiger Teil der Gemeinde. In dem Gebäude befinden sich sowohl die Gemeindeverwaltung, ein Arzt und ein Heilpraktiker.
Das Hirrlinger Schloss entstand in den Jahren 1557–1558 unter Freiherr Georg VII. von Ow. Es handelt sich um ein dreigeschossiges Renaissancegebäude mit rechteckigem Grundriss, Satteldach und zwei Rundtürmen auf der Nordseite. Nach dem Aussterben der Familie von Ow-Hirrlingen im Jahr 1709 ging das Schloss in andere Besitzverhältnisse über.
Die von Ow-Hirrlinger hatten im Jahr 1709 keine Nachkommen mehr. Daraufhin ging das Schloss in den Besitz von Reichsgraf Anton Ferdinand von Attems über. Mit dem Kauf des Schlossguts im Jahr 1821 begann ein neues Kapitel: Bereits 1825 wurde ein Teil des Gebäudes zur Gemeindeverwaltung umfunktioniert – eine Nutzung, die bis heute Bestand hat. Ergänzt wird das Schloss heute durch medizinische Einrichtungen wie eine Arztpraxis und einen Heilpraktiker. So verbindet das Gebäude auf einzigartige Weise Geschichte und modernes Leben.
In der Pfarrkirche St. Martinus wird bis heute an den Erbauer erinnert. Eine historische Grabinschrift würdigt Freiherr Georg VII. von Ow und erzählt von seinem Leben und Wirken:
„Anno domini 1575 den 27. Tag Juni ist in Christo entschlafen der edel und vest Georg von Ow zu Hirrlingen, welchen Gott mit allen Auferweckten eine fröhliche Auferstehung verleihen wolle.“