Das Brauchtumsjahr

Großen Bekanntheitsgrad hat die Gemeinde Hirrlingen in weitreichender Umgebung durch ihre zahlreichen Traditionen und Bräuche. Dazu zählen z.B. die Hirrlinger Kirbe verbunden mit dem Erntedankteppich im Oktober, das Sommerfest über das erste Septemberwochenende, das Nikolausfeuer am 5. Dezember sowie die Blütenteppiche an Fronleichnam. Außerdem wird über die Fasnet närrisch gefeiert und am Tag der Arbeit am 1. Mai findet eine Hockete in der Ortsmitte statt.

In der folgenden Übersicht erhalten Sie Einblicke über das Hirrlinger Brauchtumsjahr:

Auf dem Bild sind mehrere Personen in bunten, traditionellen Kostümen mit gruseligen Masken und roten Kopftüchern bei einem Straßenumzug zu sehen.

Fasnet

Jedes Jahr zur fünften Jahreszeit verwandelt sich die Ortsmitte von Hirrlingen in ein buntes Narrentreiben. Abwechselnd laden die Original Hirrlinger Schloßhexen e.V. oder die Heimatzunft Hirrlingen e.V. die Besucherinnen und Besucher zur traditionellen "Fleckafasnet" ein.

Ein farbenprächtiger Umzug durch den Ort zieht jedes Jahr zahlreiche Gäste an, die das fröhliche Treiben hautnah erleben möchten. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt: Vereine und Institutionen bieten abwechslungsreiche Speisen und Getränke an, sodass die "Fleckafasnet" für Groß und Klein zu einem rundum gelungenen Erlebnis wird.


Maibaumstellen

Am Vorabend des 1. Mai wird in der Ortsmitte am Schlossweiher von der Heimatzunft Hirrlingen e.V. der traditionelle Maibaum aufgestellt – ein farbenfrohes Ereignis, das Jung und Alt begeistert.

Ein besonderer Brauch begleitet den Maibaum: Die Jungen eines Jahrgangs stecken ihren Jahrgängerinnen in der Nacht zum 1. Mai einen kleinen Maibaum, der mit Krepppapierrosen geschmückt in die Dachrinnen der Häuser gehängt wird.

Am 1. Mai lädt die Freiwillige Feuerwehr Hirrlingen zu einer geselligen Hockete rund um den Maibaum ein – ein fröhlicher Start in den Wonnemonat für die ganze Gemeinde.

Ein hoher Maibaum mit bunten Bändern und Schildern steht vor einem blauen Himmel mit Wolken, umgeben von grünen Bäumen und einem Gebäude mit Ziegeldach.

Eine Prozession zieht durch eine Straße, angeführt von Männern in weißen Hemden mit Krawatten, die ein Baldachin und religiöse Symbole tragen, während viele Menschen ihnen folgen.

Fronleichnam

An Fronleichnam feiern wir die Gegenwart Jesu Christi in der Gestalt des Brotes. Der Tag beginnt mit der traditionellen Tagwach und einem gemeinsamen Gottesdienst auf dem Kirchplatz.

Im Anschluss zieht eine große Prozession durch den Ort, bei der zahlreiche Besucherinnen und Besucher die kunstvoll gestalteten Teppiche und Altäre bewundern können. Diese vergänglichen Kunstwerke entstehen jedes Jahr aufs Neue aus Blüten, Blättern und Samen und werden mit viel Liebe zum Detail zu wechselnden Themen gelegt – ein beeindruckendes Zeichen der Gemeinschaft und des Glaubens in Hirrlingen.


Sommerfest des
Musikvereins Hirrlingen

Jedes Jahr lädt der Musikverein Hirrlingen am ersten Septemberwochenende zum traditionellen Sommerfest ein.

Am Freitag- und Samstagabend sorgen verschiedene Partybands für gute Stimmung und abwechslungsreiche Unterhaltung. Der Sonntag beginnt mit einem Gottesdienst, gefolgt von einem Frühschoppenkonzert. Anschließend lädt der Musikverein zum gemeinsamen Mittagessen im Festzelt ein.

Den Abschluss bildet der Montag mit einem besonderen Senioren- und Kindernachmittag, gefolgt von einem Handwerkervesper und einer spannenden Verlosung, die das Fest jedes Jahr zu einem gelungenen Erlebnis für die ganze Gemeinde machen.

In einem großen Festzelt mit rot-weißer Dekoration feiern zahlreiche Menschen zu einer Bühne hin, auf der eine Musikband unter bunten Lichtern spielt.

Mehrere Personen arbeiten gemeinsam an einem großen, ausgelegten Sandbild, das eine religiöse Szene darstellt.

Erntedankteppich

Jedes Jahr zum Erntedankfest gestaltet eine engagierte und bunt gemischte Gruppe von Helferinnen und Helfern einen kunstvollen Erntedankteppich und schmückt die Kirche festlich.

Für den Teppich werden ausschließlich natürliche Materialien verwendet: Samen, Körner, Getreide, Gewürze sowie getrocknete oder gemahlene Blütenblätter. Diese werden im Laufe des Jahres in der Natur gesammelt. Die Materialien bleiben in ihren natürlichen Farben und werden nicht künstlich gefärbt. Eine besondere Eigenschaft des Erntedankteppichs ist außerdem, dass vollständig auf Klebstoff verzichtet wird. Dadurch kann das Bild nach dem Ende der Erntedankzeit einfach wieder zusammengefegt werden.

Sobald der Erntedankteppich fertiggestellt ist, werden die Altäre und der Chorraum mit den gespendeten Erntegaben festlich dekoriert.

Der Erntedankteppich kann jedes Jahr Anfang Oktober bis etwa Mitte Oktober – auch über das Kirbewochenende – besichtigt werden.


Kirbe mit Hammeltanz

Der Hammeltanz ist ein fester Bestandteil der Hirrlinger Kirbe und findet jährlich am dritten Oktoberwochenende im Rahmen des Kirbe-Heimatfestes statt. Seit 1969 organisiert die Heimatzunft dieses traditionelle Fest, bei dem nach einem Umzug über die Lehenwiese der Reigen um den Hammel und die Schilderuhr getanzt wird. Den Abschluss bildet der Ehrenwalzer im Festzelt.

Im Zentrum des Tanzes stehen der Schäfer mit dem Hammel und der Uhrmacher mit der Schlaguhr. Die Burschen umkreisen gemeinsam mit ihren Mädchen die Uhr zur Musik des Odenwald-Walzers, während ein Säbel von Hand zu Hand wandert. Wer beim Schlag der Uhr den Säbel hält oder darauf zuläuft, wird zum Hammelkönig gekürt. Das Ereignis zieht Besucher aus Hirrlingen und der Umgebung an und ist ein fester Bestandteil der örtlichen Tradition.

Ein Schild mit der Aufschrift "Hammeltanz Kameradschaft 1997/98" ist mit roten Rosen und grünem Laub dekoriert, daneben hängt eine verzierte Uhr mit floralen Mustern.

Ein als Bischof verkleideter Mann mit Rauschebart und Mitra steht vor einem Feuerschwarm, während eine andere Person ihm gegenüber eine Fackel hält.

Nikolausfeuer

Am 5. Dezember wird auf der „Gurgel“ traditionell das Nikolausfeuer entzündet. Schon einige Wochen zuvor beginnen die Jungen eines Jahrgangs mit den Vorbereitungen: Im Gemeindewald stellen sie die notwendigen „Büschele“ her und schichten daraus das Holz für das große Feuer auf. Zur gleichen Zeit werden von den Mädchen in der Hirrlinger Backküche die sogenannten „Hutzeln“ hergestellt.

Am Abend holen die Mädchen und Jungen gemeinsam den Nikolaus und seinen Begleiter Knecht Ruprecht ab. Während des Umzugs singen die Mädchen Weihnachtslieder und verteilen Nüsse sowie „Hutzeln“ an Kinder und Erwachsene. Währenddessen entzünden die Jungen das vorbereitete Nikolausfeuer.

Anschließend ziehen alle gemeinsam zurück in den Ort zur Kirche. Vor der St.-Martinus-Kirche richtet der Nikolaus zum Abschluss noch einige Worte an die Anwesenden.