Hirrlingen

Eine starke Gemeinde in Baden-Württemberg.

Geschichte

Ursprünge der Gemeinde

Die Ursprünge der Gemeinde Hirrlingen werden auf ca. 4.000 Jahre v. Chr. zurückgeführt, einzelne Funde aus der Jungsteinzeit sind die frühesten Spuren der Besiedlung. Auch aus der Hallstattzeit 8. bis 5. Jahrhundert v. Chr. sind verschiedene Grabhügel noch erhalten, so im Bereich Kohlgrube. Erhalten sind auch Spuren der römischen Besiedlung, Hirrlingen liegt an der ehemaligen Römerstraße zwischen Rottenburg und Rottweil.

Mehr zur römischen Vergangenheit bei der “Römerstrasse Neckar-Alb “.

Name der Gemeinde

Ihren Namen erhielt die Gemeinde allerdings erst mit den aufziehenden Alemannen, von denen ebenfalls noch Reihengräber aus der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts auf der Markung aufgefunden wurden. Die erste schriftliche Nennung Hirrlingens erfolgte im Jahr 1091 in einer Urkunde des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen/Schweiz.

1258-1709
Über einen langen Zeitraum wurden die Geschichte der Kommune von der Familie von Ow geprägt. Nahezu 5 Jahrhunderte von 1258 bis 1709 war die Familie entscheidend für die Bürgerinnen und Bürger und die Entwicklung der Kommune.

1275
werden Kirche und Pfarrei erstmals im Zehntbuch der Diözese Konstanz erwähnt.

1358
wird ein Dominikanerinnenkloster gestiftet.

1428
folgt die erste Nennung des Martinspatroziniums der Hirrlinger Pfarrkirche, die Kirche hat ihren Namen bis heute erhalten.

1496
werden Schultheiß, Vogt und Gericht von Hirrlingen erstmals erwähnt.

1510
pilgerte Jakob Beyter aus Frommenhausen nach Santiago di Compostela. Sein Grabstein befindet sich neben dem Turm der Kirche.

1547
werden die Rechte der Gemeindebürger in einem “Fleckenbuch” beschrieben. Bereits zu diesem Zeitpunkt wird ein gemeindeeigenes Rathaus erwähnt.

1557
Am 23. März 1557 wird von Georg von Ow der Grundstein zum heutigen Schloß gelegt, das im folgenden Jahr fertiggestellt wird.

1558
Der Ortsherr gründet “zum Leidwesen der Erwachsenen und zur Freude der Kinder” eine Schule.

1600
In diesem Jahr wird Margarete Eberhart, die Frau des Hirrlinger Schultheißen der Hexerei beschuldigt, sie bekennt sich schuldig, wird aber nicht verbrannt, weitere Verfahren folgen.

1606
Der evang. Abt von Bebenhausen, Prälat Johannes Stecher, schenkt Adam von Ow den Sebastianspfeil, welchen das Kloster 1464 von Papst Pius II erhalten hatte. Der Ortsherr übergibt die Reliquie der Kirche in Hirrlingen. In der Folge entsteht eine Sebastiansbruderschaft. Die Reliquie wird am Sebastianstag gezeigt.

1618-1648
Der 30-jährige Krieg läßt auch Hirrlingen nicht ungeschoren. Kloster und Gemeinde werden 1643 durch Abteilungen des antikaiserlichen weimarischen Heeres geplündert.

1664
Die Friedhofskapelle wird vom Konstanzer Bischof geweiht.

1709
Die männliche Linie von Ow in Hirrlingen erlischt.

1741
Das Dominikanerinnenkloster neben der Martinskirche wird gebaut.

1744
wird das Gemeindesiegel eingeführt, das in einem schrägliegenden Balken eine nach oben weisende Pflugschar enthält.

1770 – 1772
wird die Pfarrkiche durch Baumeister Christian Großbayer (Haigerloch) erstellt, die Decken und Wandmalereien stammen von Ignaz Gabriel Thum aus Bezau (Vorarlberg).

1812
Beim Rußlandfeldzug Napoleons sterben 24 von 26 jungen Hirrlingern. An sie erinnert eine Tafel in der Friedhofskapelle.

1816 – 1817
Während einer Hungersnot wird u. a. auch Getreide aus Rußland zur Versorgung der Bevölkerung eingeführt.

1821
Am 8. Juni 1821 erwirbt die Bürgerschaft das Rittergut Hirrlingen. Große Teile des Rittergutes werden an Gemeindebürger weiterveräußert. Dennoch dauert es Jahrzehnte, bis die Schuldenlast aufgebracht ist (1861).

1822
wird der erste exakte Ortsplan in Rahmen der Württembergischen Landesvermessung erstellt.

1839
Hirrlingen stellt für kurze Zeit einen Landtagsabgeordneten ( Karl Theodor Perrenon).

1846 – 1857
In diesen Jahren emigrieren 214 Personen, davon 190 in die USA, weitere nach Ungarn oder in die Schweiz.

1861
Gründung des Gesangvereins

1890
Gründung des Darlehenskassenvereins und der Konsumvereins

1891
wird in Hirrlingen eine Postagentur eröffnet, ein Jahr später der Telegraphendienst.

1904
Bau des heutigen “Alten Schulhauses”.

1905
Ab 1905 übernehmen die Barmherzigen Schwestern aus Untermarchtal die Kleinkinderversorgung, wie auch die Versorgung der Kranken, sie betreiben eine Industrie-/Nähschule.

1907
Der Hirrlinger Schultheiß und Ökonom Franz Xaver Kessler wird zum Landtagsabgeordneten gewählt.

1912
folgt der Bau der Wasserleitung über einen Hochbehälter Beim Kirchle.

1913
Die Elektrizitätsversorgung hält in Hirrlingen Einzug.

1914-1918
Im 1. Weltkrieg von 1914 bis 1918 fallen 63 Hirrlinger.

1932
Der Kindergarten St. Josef wird gebaut.

1938
Ab 1938 kommt Hirrlingen vom Oberamt Rottenburg zum neuen Kreis Tübingen.

1939-1945
Im 2. Weltkrieg sind 111 Gefallene und Vermißte zu beklagen. Ehrenmale an der Kirche und auf dem Friedhof erinnern und mahnen zum Nachdenken.

1951
erscheint das Heimatbuch des Ehrenbürgers Oscar Kurz über Hirrlingen.

1957
In diesem Jahr wird die “Neue Schule” gebaut, die in den Jahren 1994 und 1996 weitere Anbauten erfährt.

1958
Der erste Gastarbeiter zieht nach Hirrlingen.

1978
Die Eichenberghalle wird ihrer Bestimmung übergeben.

1979
Die Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Hirrlingen Starzeltal nimmt ihren Betrieb auf und wird 1995 grundlegend saniert und erweitert.

1998-99
Der Farrenstall wird zum Bürgerhaus umgestaltet.

2000-02
Im Rahmen des Landessanierungsprogramms wird das ehemalige Schloßökonomiegebäude zum Jugend- und Vereinsgebäude mit Internetcafe umgebaut.

2004-05
Bau der Seniorenwohnanlage Hirrlingen mit Pflegeplätzen und betreuten Wohnungen. Betreiber ist die KBF Neckar-Alb.

2006
Inbetriebnahme der Bücherei Hirrlingen im Gebäude Beim Schloss 2.

2008-2011
Sanierung des ehemaligen Klosters und Einbau von Betreuten Wohnungen in den Obergeschossen sowie eines öffenltiches Cafés im Erdgeschoss

2012
Einweihung des neugebauten Feuerwehrgerätehauses im Gewerbegebiet

2013
Partnerschaftswochenende mit Delegationen aus den Partnergemeinden Hajós/Ungarn und Minerbio/Italien anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen Hirrlingen und Minerbio sowie des 25- jährigen Bestehens des kulturellen und sportlichen Dreiecks zwischen Hirrlingen, Minerbio und Hajós.

2015
Neubau einer Mensa